Als ich gestern mit unserer Schäferhündin unterwegs war, traf ich auf einen anderen Hundebesitzer mit seinem Berner Sennenhund. Nach dem obligatorischen Beschnüffeln (der Hunde natürlich), fragte er mich, ob er meinem Hund ein paar Leckerli geben darf. Ich sagte “Klar, kein Problem?!” und so kamen wir ins Gespräch.
Wie sollte es anders sein, unterhielten wir uns über die Hunde und die Erlebnisse als Hundebesitzer. Meist hat man den Eindruck “Dass passiert immer nur mir!”. Aber weit gefehlt! Er sagte zu mir “Ach wissen Sie wie schön das ist, dass es nicht nur mir so geht!”. Da wir uns ausgiebig darüber unterhalten haben, möchte ich euch hier ein paar unserer ausgetauschten Erfahrungen schreiben.
Die Sturheit einiger Menschen: Der Weg ist breit genug. Ich gehe mit meiner Lebensgefährtin am Rand und ich halte den Hund extra auf der rechten Seite. Dann kommt einer dieser Menschen, der sich demonstrativ an dem Hund, fast schon auf dem Rasen, vorbeidrängeln muss. Da Beste ist aber dann, wenn sie die Augen aufreißen, weil der Hund bellt. Na klar, der hat meist geschnüffelt und erschreckt sich. Es ist wirklich oft so, dass Leute sich genau an einem Hund vorbeidrängeln, obwohl man mit seinem Vierbeiner genügend Platz macht. Muss denn das sein?!
Die Sünden der anderen: Wer Hundebesitzer ist, der freut sich über das negative Urteil vieler Nicht-Hundebesitzer. Wer ist daran Schuld?! Die wenigen Hundebesitzer, die diesen Ruf verursachen. Selbst mich stört es, wenn die Herrchen oder Frauchen von anderen Hunden die Haufen nicht wegmachen können. Ich habe an der Leine unseres Hundes einen kleinen Plastikbehälter mit 25 Kotbeuteln für einen Euro. Alternativ nehme ich diese kleinen Kosmetikmüllbeutel (die aus Kaufland sind nicht schlecht). Die haben die richtige Größe und sind nicht sehr teuer. Es muss doch nicht sein, aber es rechtfertig nicht, dass alle Hundebesitzer dafür verantwortlich gemacht werden. Was ich allerdings bemängeln muss, es gibt in Magdeburg zu wenig Behälter, wo man die Exkremente entsorgen kann.
Leinen los: Als Nächstes wären da die Hundehalter, die ihre Tiere auf Gehwegen frei herumlaufen lassen. Erstens gibt es Menschen die vor den Tieren Angst haben und zweitens kann kein Hundebesitzer (egal wie gut das Tier erzogen ist) 100-prozentig die Hand für sein Tier ins Feuer legen. Auch ich habe Respekt, wenn ein 30 Kilo Hund ohne Leine in meine Richtung kommt und ich den Halter noch nicht sehe. Darüber hinaus ist es nicht möglich zu sagen, ob sich der fremde Hund mit meinem versteht. Aus meiner Sicht ist es am Besten, wenn beide Tiere an der Leine sind und man fragt: “Ist das in Ordnung?!” und sich dann die Tiere beschnüffeln. Unser Hund hatte auch schon Flöhe oder Räude. Da ist dann der andere Halter selber Schuld, wenn sich sein Tier etwas einfängt, weil man nicht vorher fragen kann. Zum Glück, habe ich aber nur mit Wenigen diese schlechten Erfahrungen gemacht. Der Großteil fragt und es hat den Vorteil, dass man ein paar nette Worte miteinander tauscht.
Hundewiesen: Sie sind nicht groß in der Anzahl und in den Abmessungen. Darüber hinaus liegen Hundeplätze in Magdeburg oft sehr ungünstig, in Bezug auf den Verkehr. Da es schon nicht so viele Orte gibt, wo man seinen Vierbeiner laufen lassen kann, kann ich mich unendlich über jene aufregen, die sich dort mit der Decke zum Sonnen oder gar ganze Gruppen mit einem Grill niederlassen. Wenn man dann (auch noch höflich) als Hundebesitzer darauf hinweist, wird man angepöbelt und es kommt wieder das ausgelutschte Argument “Hundebesitzer nehmen sich ja auch immer viel heraus!”. Klar, das rechtfertigt natürlich alles.
Fahrradfahrer: Bevor jetzt kommt “Jaja, die Fußgänger!”. Ich fahre auch viel mit dem Drahtesel! Es gibt nun einmal reine Gehwege. Als Fußgänger darf ich mich auch nicht auf dem Fahrradweg breit machen! Leider habe ich es schon oft erlebt, dass Fahrradfahrer a.) keine Klingel meh haben b.) sie nicht einsetzen (wenn sich eine haben) und c.) sich an einem mit einem Affenzahn vorbeidrängeln. Es geht auch anders. Entweder “rechtzeitig” klingeln oder einfach fragen “Darf ich bitte vorbei?”. Das ist für beide Seiten ungefährlicher und wenn ich mit meinem Fahrrad unterwegs bin und gefragt hatte, haben bis jetzt alle Fußgänger Platz gemacht. Warum ich das hier schreibe?! Weil ich schon oft, zusammen mit dem Hund, fast über den Haufen gefahren wurde. Man benötigt nun einmal etwas mehr Platz mit dem Tier (es ist ja aber auch ein Gehweg) und wenn sich ein Fahrradfahrer bemerkbar macht, dann mache ich auch Platz und lasse ihn vorbei.
Fazit: Wenn mehr Menschen etwas mehr Rücksicht nehmen und Verständnis haben würden, dann wäre das Leben viel angenehmer. Ist es denn so schwer, nicht nur an sich zu denken?! Jeder erwartet Höflichkeit von seinen Mitmenschen, aber nicht alle sind bereit, diese auch selbst entgegenzubringen. Ich versuche immer Rücksicht zu nehmen und letzten Endes bekommt man auch oft ein “Danke” dafür. Das ist mir lieber, als mit jemandem zu diskutieren, der wieder sein Recht haben möchte! Mir ist meine Zeit dafür zu schade. Trotzdem erwarte ich, dass sich dann auch andere an die Regeln halten oder einfach etwas entgegenkommend sind. Trotzdem sind nicht alle so. Aus diesem Grund rege ich mich nicht den ganzen Tag über andere auf, sondern freue mich, wenn man wieder etwas positives erlebt hat. Ausserdem tut es auch nicht weh, wenn man ab und zu über seinen Schatten springt und nicht nur auf sein Recht pocht. Ob man es glaubt oder nicht, auch Andere werden es dann einmal für einen tun.
Der Mann, mit dem ich mich gestern unterhalten habe, war mit mir der selben Meinung. Viele Magdeburger sind verbissen und engstirnig. Das ist woanders nicht so und das war auch nicht immer so. Wir haben uns gestern per Zufall getroffen und haben uns eine Stunde lang über viele Dinge (wir sind zum Schluss bei dem Thema Webseiten gelandet) unterhalten und es war einfach sehr interessant und unterhaltsam. Deswegen sage ich auch nie “alle sind so”. Ich wollte mit diesem Artikel nur einmal zum Ausdruck bringen, auf was für Situationen man trifft, die eigentlich nicht sein müssten. Solange ich immer wieder nette Menschen treffe, kann es nicht so schlimm sein, wie es sich eventuell angehört hat.
In diesem Sinne…
Hallo und herzlich willkommen auf meinem Blog. Meine Name ist Torsten und ich schreibe hier über alles, worüber ich nachdenke, mich aufrege, erlebt habe, oder was ich im Netz finde. Also, viel Spaß beim Lesen.
Pingback: Einfach mal offline | Schmunzelbiene