Gestern war es wieder soweit. Unser Hund musste zum jährlichen TÜV. Nein, die Impfung war wieder fällig und der Arzt sollte wieder einen Rundum-Check machen, denn immerhin ist unser Vierbeiner schon 13 Jahre alt. Darüber hinaus war uns aufgefallen, dass sich unsere Hundedame immer am Hinterteil geleckt hat. Der Ansatz ihrer Rute war immer nass.
Um 10.45 Uhr waren wir beim Tierarzt unseres Vertrauens. Susi ging schon in das Wartezimmer und ich parkte in Ruhe das Auto und hob Backi aus dem Auto. Sie ist ja nicht mehr die Jüngste und mit dem Einschätzen von Höhen ist es nicht mehr so wie noch vor zwei, drei Jahren. Auf jeden Fall war Susi #3 im Wartezimmer und kurz vor mir schob sich noch ein älteres Pärchen mit ihrem Dackel durch die Tür. Tag der Hunde, dachte ich mir. Die beiden Patienten vor uns waren ein Welpe mit Durchfall und ein Minihund, keine Ahnung.
Als der Tierarzt die Tür öffnete und die #3 in das Behandlungszimmer rufen wollte, setzte das Pärchen mit dem Dackel schon an und wollte losflitzen. Irgendwie schauten sie komisch aus der Wäsche, als wir uns erhoben und vorgingen. Susi war nun einmal zuerst da und hatte den Impfpass des Hundes vorher abgegeben. In der Tierarztpraxis wird es nun einmal so gehandhabt, da zählt wann Frauchen oder Herrchen im Wartezimmer sind und nicht erst der tierische Liebling. Es war mir auch egal, zu oft hatten sich schon vor uns Leute vorgedrängelt und dieses Mal waren wir (wie immer) im Recht. Wenn wir uns nicht sicher sind, fragen wir auch vorher ob wir jemanden übersehen haben.
Mit uns zusammen kam leider auch noch (mal einfach so mit zwischen) ein Taubenzüchter, der nur schnell etwas fragen wollte. jaja, 10 Minuten später standen wir immer noch neben dem Behandlungstisch. Arzt und Taubenzüchter unterhielten sich immer noch über das Salmonellenproblem der Zuchttauben. Fand ich ehrlich nicht so toll, denn unser kleiner Jammerlappen wurde immer nervöser. Tierarzt = Nichts Gutes! – das muss sich der Hund wohl denken. Irgendwann war der Taubenmensch verschwunden und der Tierarzt entschuldigte sich noch zweimal, weil in der Zwischenzeit auch noch zwei Telefonate Vorrang hatten.
Endlich waren wir dran, also der Hund natürlich! Wir sagten, weshalb wir gekommen waren und los ging es. Der Hund sollte auf die Waage, dachte aber eher an Flucht und wollte durch die Tür Richtung Freiheit. Ich musste sie in Richtung Waage ziehen und vor lauter Gezappel kam sie kurz unter die Waageplattform. Ein erstes Jaulen. Aber wie so oft ohne ernsthaften Grund, es war eher der Schreck.
28,7 Kg für ihr Alter und Größe, alles im grünen Bereich. Dann ab auf den Behandlungstisch. Zack schon war der Schwanz zwischen den Beinen unter dem Bauch. Ein Blick in die Ohren. Das zweite Jaulen. Der Arzt war noch nicht wirklich am Ohr dran und ihr fehlt dort auch nichts. Memme lass grüßen. Dann kamen wir zu dem Problem mit dem Lecken am Hinterteil. Susi hatte schon im Internet gefunden, dass es die Analdrüsen sein könnten und… sie hatte Recht. Der Tierarzt bat uns den Hund festzuhalten. Er zog sich einen Handschuh an und kam mit einer Ladung Küchenpapier wieder. „So dann wollen wir die verstopfte Drüse mal ausdrücken. Das kann etwas riechen!“ – und los ging es.
Backi machte ein Theater, als ob ihr eine Pfote ohne Betäubung abgenommen werden würde. Keine Ahnung was sich die Leute im Wartezimmer gedacht haben, was wir mit dem Hund gemacht hatten! Meine Liebste konnte sich das nicht mit anhören und ließ vor lauter Schreck gleich den Hund los. Zum Glück war noch die Tierarzthelferin zur Stelle. Auf jeden Fall kann ich bestätigen, das es stinkt und das nicht zu knapp!
Naja, Drüsen frei und Hund beleidigt. Sie hat doch tatsächlich zwei Leckerli verweigert. Das soll schon etwas bedeuten! Die Spritze mit der Impfung hat sie dann allerdings kaum mitbekommen. Dazu gab es noch die Tabletten für die Wurmkur und wir waren fertig. Dafür war ich voller Haare. Auf dem Weg nach draußen spürte ich etwas komische Blicke. Entweder wegen dem herzzerreißenden Jaulen des Hundes, oder weil jemand fälschlicher Weise verbreitet hat, dass wir uns vorgedrängelt hätten (echt unmöglich so etwas). Das war mir aber ehrlich gesagt egal. Wir waren fertig und der Einkauf wartete ja auch noch.
Auf jeden Fall war die Angelegenheit am Abend schon wieder vergessen und der Hund genoss die Streicheleinheiten von Herrchen und Frauchen.
Hallo und herzlich willkommen auf meinem Blog. Meine Name ist Torsten und ich schreibe hier über alles, worüber ich nachdenke, mich aufrege, erlebt habe, oder was ich im Netz finde. Also, viel Spaß beim Lesen.
Hallo MD-Bloggi, zu dem Thema noch eine kleiner Anmerkung für alle Hundefreunde. Wir hatten von einem Kollegen (Forstbetrieb) einen kleinen Fox in Pflege. Als der Gasthund bei uns angekommen war, habe ich bereits nach kurzer Zeit eine gewisse Wesensinstabilität festgestellt. In den folgenden Tagen habe ich mir den kleinen Kerl genau angesehen und bemerkt, dass er, wenn man ihm über den Rücken nach hinten streichelt plötzlich die Rute stark krümmt und sehr gereizt reagiert. In seiner Familie mussten das bereits der Sohn und auch Frauchen mit einem Biss "bezahlen" und auch Susi (Susi’s Blog) hatte großen Respekt vor dem kleinen. Die Aussagen der Hund ist aggressiv und beißt standen im Raum. Nachdem aber klar war die Analdrüsen sind verstopft (führt u. U. zu Problemen beim Absetzen von Kot) konnten wir dem Kleinen gut helfen und nix war mehr aggressiv an seinem Verhalten. Gruß Hape PS: Finden deinen Blog sehr ansprechend
Hallo Hape. Danke für dein Kommentar. Unser Hund war zum Glück nicht gereizt, es ist ja nicht gerade ein kleines Tier. Wenn einen Mensch etwas quält, dann wird auch dieser keine gute Laune haben. Solange man den Tierarzt aufsucht und fragt, ist alles in Ordnung. Lieber würde ich immer eine Auskunft in Kauf nehmen "Da ist nichts!", als etwas zu ignorieren und das Tier unter Umständen leiden zu lassen.
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