Hihi oder die Sache mit der Schadenfreude

Habt ihr euch schon einmal die Frage gestellt, warum wir uns eigentlich so freuen, wenn anderen Menschen ein Missgeschick passiert?! Vermutlich nicht. Ich bin nur darauf gekommen, da ja auf YouTube und Co. viele “fail” – Videos und Bilder verfügbar sind. Das reicht vom Skater, der mit seinem besten Stück auf das Geländer kracht, bis hin zu Pannen in Fernsehsendungen oder einfach nur dem Arbeitskollegen, der aus Versehen stolpert. Eine kleine Erklärung zur Entstehung der Bezeichnung fail habe ich in einem kurzen Video von Focus Online gefunden:

Für mich ist der Punkt mit dem Spaß immer an der Stelle beendet, wenn sichtbar wird, dass sich der Protagonist ernsthaft dabei verletzt hat.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Schadenfreude auch etwas mit Neid und Abneigung zu tun hat. Das bedeutet, je mehr wir auf eine Person neidisch sind oder wir diese nicht leiden können, desto größer ist die Freude, wenn auch sie in eine peinliche Situation kommt oder ihr ein Missgeschick widerfährt. Daher kommt auch der Spruch “Das hat XY verdient!”. Darüber hinaus sieht so auch jeder von uns “Oha, dem oder der passiert das auch und er/sie ist genauso ein normaler Mensch wie ich!”. Diese Erfahrung haben wohl auch viele Menschen, bei der peinlichen Enthüllung der pikanten Details, zu den Geschehnissen zwischen dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton und seiner Praktikantin gemacht. Darüber hinaus scheint es so, dass uns die Fehltritte anderer Menschen einfach besser dastehen lassen und wir uns weniger unterlegen fühlen. Sie haben ja u.a. einen Fehler gemacht und nicht wir. Wir vergleichen uns ständig mit anderen Mitgliedern unserer Gesellschaft. Sehr interessant fand ich auch die Tatsache, dass wir bei Schadenfreude ähnlich reagieren, als ob wir uns über ein Geschenk oder eine Belohnung freuen. Sie hat auch eine entlastende und ausgleichende Funktion. Jeder kennt bestimmt auch den Spruch: “Das ist ausgleichende Gerechtigkeit!”. Wir sind also froh, dass auch anderen so etwas passieren kann und nicht nur uns bzw. dass es zum Glück nicht uns passiert ist.

Wir erfahren aber nicht nur als Einzelpersonen Schadenfreude, sondern wir können sie auch in der Gruppe genießen. Das kann man sehr schön bei “Rivalitäten” im Länderfußball schön sehen. Da freuen sich alle, wenn die gegnerische Mannschaft durch ein Eigentor die Führung verliert. Die Schadenfreude ist bei kleinen Kindern noch nicht ausgeprägt, was die Vermutung nahe legt, dass es erst “erlernt” wird. Sie befreit uns von der eigenen Minderwertigkeit und gibt uns das Gefühl, in diesem Moment, dem anderen überlegen zu sein. Besonders Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren scheinen besonders häufig Schadenfreude zu empfinden. Mit steigendem Alter, nimmt die Belustigung über die Fehltritte anderer übrigens ab.

Wem selbst einmal ein Missgeschick passiert, der sollte sich nicht darüber aufregen, sondern eher mit etwas Selbstironie darauf reagieren. Das nimmt den Spöttern ein wenig den Wind aus den Segeln ;)

Die Schadenfreude ist weder ein Indiz dafür, dass jemand böse und unanständig ist, noch ist es ein “teuflisches Gefühl”, wie es der Philosoph Arthur Schopenhauer bezeichnet hatte. Diese Emotion steckt in jedem von uns. Ich denke es ist meist nur der Unterschied, wie offen man sie zeigt, denn in dem meisten Fällen verbergen wir unsere Schadenfreude in der Öffentlichkeit und freuen uns im Stillen. Es haben übrigens die Engländer und Amerikaner den deutschen Terminus “Schadenfreude” mit in ihre Sprache übernommen.

Damit wir alle unsere Schadenfreude ausleben können, hier noch zwei Beispiele :D

Wer Mercedes Fahrer nicht leiden kann, hier ein bekanntes Video. Und hier noch das Als zweite Beispiel: Das Video ist im Technikbereich ja schon ein Klassiker. Die Vorführung von Windows 98 verläuft nicht ganz nach Plan.

Quellen:

Artikel auf www.welt.de

Definition auf www.psychology48.com

Beitrag auf www.apomedaktiv.de

Artikel auf www.bild-der-wissenschaft.de

Artikel auf www.sueddeutsche.de

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2 Antworten auf Hihi oder die Sache mit der Schadenfreude

  1. Susi sagt:

    Schadenfreude ist was ganz natürliches, auch ich bin bei einigen Menschen schadenfroh.

    Besonders wenn ich das Gefühl habe, der andere hat es verdient. Zum Beispiel: ein Fahrradfahrer fährt mich auf dem Fußweg, mal wieder fast über den Haufen und an der nächsten Ecke stehen die “Grünen” und machen eine Kontrolle. “hehehe”

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