Erst in den letzten Tagen kam es wieder zum Streit zwischen zwei Bloggern. Hmmm… ist ja noch nicht lange her, dass es wegen eines anderen Themas woanders Krach gab. Ich denke mir meist so meinen Teil und schreibe selten ein Kommentar, da es oft nur mehr polarisiert. Zoff zwischen Bloggern gab es schon immer und wird es auch immer wieder einmal geben. Wir sind ja alle nur Menschen. Da dies aber immer in einer unschönen Diskussion endet, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie sich solche Streitereien oft schon im Ansatz verhindern lassen.
Wie sollte es nicht ablaufen?
Wie es auch in der Partnerschaft sein kann, reicht schon ein einziger falscher Satz und (wooofff – adrenaline is pumping) die Sache beginnt. Dann geht es fix nach dem Motto los “Ring frei!”. Wer als Betroffener gleich mit “Du machst doch IMMER….” oder “Ist ja wieder typisch…” oder “Das war ja klar, dass du…” oder “Was bildest du dir…” (ihr kennt wohl auch noch mehr Möglichkeiten) beginnt, hat nicht wirklich Interesse an einer Lösung und weitet die Sache bereits aus. Ich finde es immer sehr schade, dass es wirklich zum Teil wegen unwichtigen Kleinigkeiten vom Zaun gebrochen wird. Wie bei einem Streit unter Nachbarn. Aus meiner Sicht ist es selten wirklich etwas Ernstes, da ich den Vorteil habe, das Ganze als Außenstehender objektiv zu bewerten.
Was kann/sollte man vermeiden?
1.) Was wohl einigen Bloggern immer noch schwer fällt: nicht die Öffentlichkeit einbeziehen! Ich weiß, wir alle sind es gewohnt, als Blogger unsere Gedanken mit den Lesern zu teilen. Das ist aber in so einem Fall eher kontraproduktiv. Wer sich angegriffen fühlt und dies über die Kommentarfunktion kommuniziert, trägt nicht gerade zu einer vernünftigen Lösung bei! Dadurch zieht man andere Leser in den Streit mit hinein und polarisiert. Die Leser haben allerdings in den seltensten Fällen alle Hintergrundinformationen und “hängen” sich meist nur an eine Diskussion an. Es ist auch zu beobachten, dass die Leser wohl eher auf der Seite des Autors oder der Autorin des Blogs stehen werden, auf dem die Diskussion losgeht. In einem anderen Blog loszuwettern hat bis jetzt, aus meiner Beobachtung und Erfahrung heraus, noch nie funktioniert!
2.) Ausfallend oder persönlich zu werden ist in meinen Augen ein absolutes no-go. Es sollte immer über der Gürtellinie bleiben. Kraftausdrücke zeugen nicht von einem vorhandenen Potential zu der Fähigkeit einer Konfliktlösung unter erwachsenen Menschen.
Was kann/sollte man tun?
1.) Sollte man sich durch eine Äußerung angegriffen fühle, hilft meist erst einmal ein tiefes Durchatmen und am besten sollte der Text kurz zugeklappt werden. In vielen Fällen ist es nur ein Missverständnis. Entweder hat der Autor unbewusst seine Aussage unglücklich formuliert, oder ist eventuell doch mit dem falschen Fuß aufgestanden. Wir sind alle nur Menschen.
2.) Direkter Kontakt. Klingt einfach, ist es auch. Der Grund ist ganz simpel. Es ist fairer, weil es auf “neutralem Boden” zugeht. So haben beide Parteien die Möglichkeit, ohne äußeren Einfluss durch fremde Meinungen, den Sachverhalt zu klären. Auch bei mir ist es einmal vorgekommen, dass ich etwas falsch verstanden habe und umgekehrt genau so. Es konnte in 2 kurzen Mails geklärt werden. Wir entschuldigten uns und gaben zu, es falsch aufgefasst zu haben. Schon war die Sache jeweils vom Tisch.
3.) Sachlich bleiben. Werft eurem Gesprächspartner nicht als erstes an den Kopf, was ihr von ihm/ihr oder der Sache haltet! Belasst es bei den Fakten, worum es geht. Da kommen wir auch schon zu einem weiteren Punkt. “So wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es wieder heraus!” – ein wirklich ausgelutschter Spruch, der allerdings nach wie vor Gültigkeit hat. Eine sachliche und freundliche Schreibweise wirkt oft schon deeskalierend.
4.) Jeder kann einen Fehler machen. Auch dies sollten sich beide Seiten immer vor Augen halten. Dazu gehört auch, dass man einen Fehler eingestehen können sollte. Als Verursacher des Problems könnt ihr ruhig ein “Entschuldige” hervorbringen. Das tut nicht weh
Da sollte auch Keiner nachtragend sein.
5.) Hilft alles nichts, dann versucht die Sache nach dem Motto zu handhaben “Der Klügere gibt nach”. Macht aber nicht den dummen Fehler, das so wörtlich als Begründung für euren Rückzug zu schreiben. Das kommt bei den Lesern eher hochnäsig und arrogant an. Vollzieht einen geordneten Rückzug, mit einem sachlichen Statement und wartet ab, denn zu einem Streit gehören immer noch Zwei! Wer allein ins Leere schimpft, hat dann keine dauerhafte Basis mehr für einen Streit.
Fazit
Schreibt nicht einfach wild darauf los, sondern redet vernünftig miteinander. Oft hat man den Eindruck wieder im Kindergarten zu sein “Das ist meine Schippe!”
Sicherlich gibt es auch Situationen, wo keine Lösung mehr möglich ist und jemand direkt beleidigt wurde. Da ist es schwierig eine Lösung zu finden. Dann macht aber bitte nicht den Fehler und versucht den anderen Blog einfach nur madig oder fertig zu machen. Das rückt euch meist selbst in ein schlechtes Licht, wenn man versucht, eine andere Person oder ein Projekt zu diskreditieren.
Wer gewinnt? Selten kann man sagen, dass aus so einem öffentlichen Spiel per Kommentar oder “Gegen-Artikel” ein klarer Gewinner hervorgeht. Beide Seiten haben etwas zu verlieren. Ihren guten Ruf! Schnell können beide Seiten als Wichtigtuer, kleinlicher Mensch oder streitlustig hingestellt werden.
Ich persönlich finde einen guten Draht zu anderen Bloggern sehr wichtig und halte einen Streit zwischen zwei Bloggern nicht nur für die betreffenden Blogs als schädlich, sondern auch für die Community. Egal wer Schuld hat oder egal wer angegriffen wurde, kommt es zu einer öffentlichen Schlammschlacht, kann es für beide Seiten ein richtiges Eigentor werden. Klar, es hat eine positive Auswirkung. Mehr Besucher! Aber ich möchte lieber durch einen sinnvollen Artikel mehr Leser bekommen, als durch einen Streit mit einem anderen Blogger. Es ist nicht die beste Art ins Gespräch zu kommen und mir eventuell noch meinen Ruf zu versauen. Das ist es mir nicht Wert und dafür habe ich auch keine Zeit
Also immer einen kühlen Kopf bewahren, dass schont die Nerven!
Hallo und herzlich willkommen auf meinem Blog. Meine Name ist Torsten und ich schreibe hier über alles, worüber ich nachdenke, mich aufrege, erlebt habe, oder was ich im Netz finde. Also, viel Spaß beim Lesen.
Das nenn ich mal einen präventiven Artikel! Super!!! Und ich kann nur sagen, wenn du das auch in deinem Privatleben so anwendest, hat Susi einen tollen Kerl an ihrer Seite
Hat sie auch so, aber dann einen super tollen, ihr versteht schon
Deine Vorschläge sind wirklich hilfreich, jetzt muss man sie nur noch anwenden.
Hallo Janina,
es ist eigentlich einfach nachvollziehbar und es schreibt sich immer sehr schön, wenn man selbst in keinem Streit involviert ist. Anders sieht es aus, wenn der Puls wegen einer Angelegenheit schon auf 180 ist und die Emotionen kochen. Dann scheibt man schon Dinge, die nicht unbedingt angebracht sind. Bei mir hilft es, wenn ich eine Antwort parat habe und diese vor dem Absenden noch einmal ein paar Minuten ruhen lasse. Wenn ich mich dann etwas abgeregt habe, schreibe ich die Nachricht oft noch einmal um und es geht dann sachlicher zu
Ja genau. Erstmal die Emotionen abflachen lassen und dann nochmal ran. So geht es bei mir auch immer gleich viel ruhiger
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Danke, Danke, Danke für diesen alles sagenden Artikel !!! Letztlich beinhaltet er all das, was ich dazu auch zu sagen hätte und ich bin der Meinung, so manch einer sollte sich davon mal eine dicke Scheibe abschneiden – besonders was Sachlichkeit und Diskretion angeht. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige den Mund nicht mal halb so weit aufreißen würden, wäre man nicht online, sondern würde sich real gegenüber stehen.
Nochmal: DANKE ! DANKE ! DANKE !
LG
Jasmina
Hallo Jasmina, es freut mich zu lesen, dass dir mein Artikel gefällt
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